FOOD ILLUSTRATIONS

Stift auf Papier / pencil on paper

various sizes

2017

PEOPLE

Gouache auf Papier / gouache on paper

70 x 50 cm

2019

Stift und Wasserfarbe auf Papier / pencil and watercolour on paper

10 x 10 cm

2015

Farbstifte auf Papier / crayons on paper

20 x 20cm

2015

Filzstifte auf Karton / marker on cardboard

Grösse variabel

2010

Öl auf Karton / oil on cardboard

9 x 15cm

2004

WILDLIFE

SERIES OF BREASTS

Documentation: Series of Breasts

 

Zeichnungen von Brüsten

2011

Dokumentation

 

Als ich begann, mich mit der Anatomie der weiblichen Brust und ihrer zeichnerischen Umsetzung zu befassen, begann auch meine Suche im Internet nach Bildern von Brüsten. Ich benötigte Zeichnungsvorlagen und fand sehr schöne Fotos. Nach 6, 7 gezeichneten Bildern aber merkte ich, dass ich kaum Variationen von Brüsten fand. Eigentlich sind Brüste in den Massenmedien omnipräsent - aber wenn wir genau hinschauen, ist es meist dieselbe Brust: Eine grössere, runde, nicht hängende mit kleineren Brustwarzen, die, im besten Fall, leicht nach oben blicken. Diese sogenannte Apfelform ist so präsent, dass man das Gefühl haben könnte, es gäbe keine andere.

 

Menschen, die in ihrem Leben bereits viele verschiedene Brüste gesehen haben, werden die Vielfältigkeit der weiblichen Brust kennen. Menschen hingegen, die nur im Internet oder Fernsehen Brüste zu sehen bekommen (beispielsweise junge Teenager), nicht aber im realen Leben, werden im irrigen Glauben gelassen, nur die Apfel-Brust existiere, nur sie sei begehrenswert. Das kann bei Mädchen zu Minderwertigkeitskomplexen führen - dem steten Gefühl, nicht in die Gesellschaft zu passen oder nicht attraktiv zu sein.

 

Das Betrachten des Bildes einer Brust, die nicht der Norm entspricht, hat das Potenzial, eine ganze Palette an menschlichen Gefühlen auszulösen: Man spürt die eigene Überraschung, vielleicht. Erregung. Vielleicht Ekel, Scham, Trauer, Trotz oder Neugier. Betrachtet man hingegen immer und immer wieder Bilder von ähnlich genormten Brüsten, können die Gefühle dazu abflachen. Die Repetition führt zu einer Gewöhnung an das Immerselbe - was sich ausbreitet, ist Langeweile, ein Fehlen von Vielfalt und Leben. Das höchste der Gefühle ist die Suche nach Perfektion innerhalb der Norm. Doch ist diese scheinbar erreicht, durch Schönheits-OPs oder durch die stete Suche nach der perfekten Geliebten mit dem perfekten Busen - dem perfekten Partner, dem perfekten Leben, wird die Norm eine leere Hülle, bestehend aus Grundsätzen und Vorsätzen. Aus Wörtern, fernab von Leben. Die Perfektion ist das Abziehbild des Glücks eines Anderen. Sie ist immer Symbol und selten Erregung.

 

Das Bild von einem Busen zu sehen, der nicht der gesellschaftlichen Norm entspricht, kann im Betrachter einen gewissen Trost erzeugen - und vielleicht die Gewissheit, dass sich das Leben nicht an Normen hält. Ja, dass gerade die Mutation, das Abnorme, die Vielfalt dem Leben dazu verhilft, sich immer neu anzupassen und neu zu erfinden.

 

MURALS (FROG ON HOUSE & RATS ON CABLECAR FOR A CLUB)

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