Hasengrube I

 

Wandfarbe, Kupfer, Schaumstoff

35cm x 36cm

2014 - 2016

 

 

 

"Hasengrube I" und "Project Hasengrube"

2014 - ?

Dokumentation

 

Phase I

Hasengrube I

2014 bis 2016

 

Die Co-Künstler des Bildes “Hasengrube I” sind 2 Hasen, die in meiner Wohnung leben. Eines Tages überraschte ich sie, wie sie an einer herumliegenden Matratze scharrten und nagten. Ich ärgerte mich, bemerkte aber bald neugierig, dass die Hasen Gruben in die Schaumstoffmatratze gegraben hatten. Die Vertiefungen schienen strukturiert oder geplant angeordnet, man sah, dass die Gruben nicht durch Destruktion geformt waren, sondern durch Konstruktion. Wie Menschen Häuser bauen, um darin Schutz zu finden, graben Hasen Tunnel in den Erdboden. Die Gruben begannen mich zu interessieren, sie gefielen mir.

 

Ich entschied mich, die Schaumstoffmatratze zu zersägen. Ich schnitt grosse Rechtecke aus, mit der Grube als Zentrum des Bildes. Durch die mit weisser Wandfarbe angemalte Frontseite des Bildes “Hasengrube I” wird der Blick noch mehr ins innere des Tunnels gelenkt. Der kupferne Rahmen deckt den Schaumstoff an der Seite ab - der Schaumstoff ist nun nur noch im Inneren der Grube sichtbar. Durch die hohe Wertigkeit des Materials Kupfer, das aber lediglich als Bilderrahmen dient, erscheint das "niedere" Material Schaumstoff - als Essenz und Kern des Bildes - seltsam verfremdet. Weiss der Betrachter nicht, dass das Hauptmaterial des Bildes Schaumstoff ist, wird er womöglich nicht darauf kommen.

 

 

Phase II

Project Hasengrube

2016

 

Verzückt von der Schönheit von “Hasengrube I” kam mir die Idee, das "Project Hasengrube" zu lancieren, in welchem ich versuche, weitere Hasengruben-Bilder herzustellen. Doch die Hasen, meine Co-Künstler, verstehen meinen Wunsch nicht. Ich kann sie nicht darum bitten, mehr Gruben zu graben, die Kommunikation scheitert. Ich muss mich in ihre Köpfe versetzen, um sie dazu zu bringen, Matratzen anzuscharren. Was mich anfangs geärgert hat (die kaputte/zweckentfremdete Matratze) ist nun ein wünschenswerter Vorgang.

 

Folgende Manipulationen meinerseits finden statt:

 

- Ich besorge Schaumstoff von einem Polsterer und lege ihn ins Hasenzimmer

 

- Als nichts passiert, stecke ich Karottenstücke in den Schaumstoff. Diese werden zwar herausgepickt, doch die Gruben, die daraus entstehen sind winzig und nicht vergleichbat mit der "Hasengrube". Ich erinnere mich, dass die Intention der Hasen, die Grube zu scharren, wohl war, einen Tunnel zu bauen. Die Grube entstand also nicht aus dem Bedürfnis "Hunger" heraus, soindern aus dem Bedürfnis "Sichersein/Schutzsuchen".

 

- Weitere Manipulationsversuche stehen noch aus.

 

Ich sehe mich momentan mit meiner Determiniertheit  konfrontiert, mehr dieser Bilder herzustellen, sowie der Schwierigkeit, die Schönheit der Grube zu reproduzieren. Fehlende Kommunikation zwischen mir und den Hasen stören das Erreichen des Sollzustandes. Auch eigene Werte behindern das Experiment, weiss ich zwar darum, dass Zwergkaninchen bei grosser Langeweilse in kleinen Räumen beginnen an allem zu Nagen, was herum liegt. Meine Werte lassen aber nicht zu, den Hasen Raum wegzunehmen und sie abstumpfen zu lassen, um mein Ziel, Grubenbilder zu produzieren, zu erreichen. Würde ich das trotzdem tun, würde ich ihre Gesundheit aufs Spiel setzen, sowie das Vertrauen, das über die Jahre zwischen uns gewachsen ist.

 

 

Phase III 2016 - ?

 

Vision: Die Hasen graben neue Hasengruben. Geschieht dies nicht, kann es sein, dass ich versuche, die Gruben selbst herzustellen, durch die genaue Betrachtung der Beschaffenheit der Grube und mit Werkzeugen wie meinen Fingern oder kleinen Zangen